Willst du Gott zum
Lachen bringen -
Mache einen Plan!
Und was muss er über uns gelacht haben!
Denn wir sind die Weltmeister der guten Reiseplanung! Alles wird schon Monate vor Reiseantritt recherchiert. Die Streckenführung genauestens festgelegt, die Unterkünfte gebucht. Nichts überlassen wir dem Zufall. Michi ist für die Buchungen zuständig, ich für die Reiserouten. Und beide legen wir fest, was werden wir uns angucken, wo werden wir essen. Manchmal hatten wir Reisebegleiter, die durften dann auch ein bisschen mitmischen. Kurz vor dem Start wurde noch einmal alles auf Herz und Nieren geprüft - und dann begann das Chaos!
Und zwar immer!!!

Willkommen in Edinburgh
Ein halbes Jahr Vorfreude auf diese wunderschöne Stadt. Aber Edinburgh empfing uns mit kaltem Nieselregen, einem verschnupften Vermieter und einem riesigen Problem. Wir hatten verpasst unserem Vermieter mitzuteilen, dass wir auch wirklich kommen würden. Und so entspann sich an der Türklingel folgender Dialog:
Ich: „Hallo, wir sind die Abrahams und haben ab heute gebucht. Wie kommen wir an den Schlüssel?“
Wirt: „Sie hätten mich gestern anrufen müssen um ihre Buchung zu bestätigen. Dazu hatte ich Ihnen vorgestern eine Mail geschickt.“
Ich: „Ich konnte keine Mails empfangen, wir hatten kein Netz.“
Wirt: „Die Stadt ist voll! Zwei Festivals. Alles ist belegt. Ich hatte schon viele Anfragen in den letzten zwei Tagen und wollte schon weitervermieten.“
Michi: „Er hat weitervermietet?“
Ich: „Sie haben weitervermietet?“
Wirt: „Hätte ich können, die Stadt ist voll. Zwei Festivals. Ich hätte viel Geld verdienen können.“
Michi: „Er hat weitervermietet!“
Ich zu Michi: „Moment, er sagt er hätte können. Heißt nicht, er hat.“
Ich zum Wirt: „Ja haben Sie denn weitervermietet?“
Wirt: „Hätte ich können, hätte viel Geld gebracht. Zwei Festivals in der Stadt. Hätte sich gelohnt.“
Ich: „Also können wir noch rein?“
Wirt: „Zwei Festivals in der Stadt, Ihr hättet anrufen sollen. Ich hab eine Email geschickt.“
Ich. „Lieber Herr Wirt, es regnet und uns ist kalt. Können wir bitte den Schlüssel haben und einziehen. Das mit der Mail tut mir ja sehr leid. Aber wir hatten kein Netz.“
Wirt: „Da muss ich hinkommen. Aber ich hätte weitervermieten können. Zwei Festivals sind in der Stadt.“
Ich: „Wann sind Sie den hier?“
Wirt: „Moment, bin bald da.“......
Der Wilde Kaiser
.....Wir kamen nach Elmau. Dort ist ja der Bergdocktor zu Hause. An jeder Ecke grinste uns der Pappkamerad in Lebensgröße an. Echt, der stand vor jedem Laden! Ganz schön gruselig. Dabei ist er doch eigentlich völlig aufgeschmissen, ohne seine Kumpels, die Bergretter! Die müssen doch schließlich erst einmal den Berg retten, ihn dann zu ihm bringen und erklären, was mit dem armen Berg passiert ist. Dann erst kann er zu Werke schreiten, sein Taschen-CT auspacken und die Schäden analysieren. Ohne die Bergretter ist er einfach nur der Bergdocktor, der in seiner Bude hockt und vergeblich auf seine Patienten wartet. Weiß doch jeder, so ein Berg latscht nicht eben mal los und geht zum Arzt....


Ravenna - Die Adria ruft!
Ravenna hat bekanntlich nicht nur eine sehr schöne und alte Innenstadt, sondern auch einen gut gepflegten und sehr langen Badestrand. Da ließen wir uns gar nicht lange bitten und stolperten promt in ein ungeahntes Fettnäpchen:
....Nach kurzem Missverständnis konnte Michi uns 2 Liegen und einen „Ombrellioni“ ergattern. Wir hatten nämlich die Strandplätze gleich mit der Hotelbuchung dazugebucht und haben uns eingebildet, dass wir einfach hingehen und uns eine Liege nehmen könnten. Das war aber falsch gedacht. Der Maitre de Ombrellioni machte uns auch sofort darauf aufmerksam. Er ist hier der Herr der Liegen und er bestimmt, wo wer rumzuliegen habe. Mit stolz geschwellter Brust schritt er uns voraus und platzierte uns genau da, wo wir uns schon breit gemacht hatten. Ombrellioni heißt Schirm, und dieser war fest verwurzelt in der Erde und beschattete genau zwei Liegen. Diesen Liegeplatz durften wir bis Urlaubsende auch behalten. Der Maitre di Obrellioni wachte von nun an darüber, dass keine fremden Schergen unsere Liegen okkupierten und mit ihren feisten Leibern beschmutzten. Er ist hier Herr über die Schirme und ihm ist Folge zu leisten! Hätte ich welche bei gehabt, ich hätte ihm glatt zwei schöne breite Schulterstücke mit Silberlitze auf seine nackten Schultern getackert. Jetzt waren wir offizielle Mitglieder der Strandgemeinschaft die ausschließlich italienisch und heute sehr klein war.....
eine kreuzgefährliche Kreuzfahrt - Die Müritz
Unterwegs mit einem gemieteten Boot. Ganz romantisch sollte es werden. Wir wollten der Zivilisation für ein paar Tage entsagen und Mutter Natur mal ein bisschen auf die Pelle rücken. Das machen wir ganz sicher nie wieder!
.....Der Wahnsinn holte uns auf halber Strecke ein! Es wurde stockfinster, arschkalt und sauwindig. Und als wir dachten schlimmer kanns nicht werden, lächelte uns der Wettergott kalt an und legte richtig los. Ein Gemisch aus Hagel und Regen prasselte auf uns herab. Die Sicht war erst bescheiden, dann beschissen und schließlich ganz weg. Ich schaltete den Scheibenwischer an, was die Sache noch schlechter machte. Sicht hatte ich nur noch, wenn ich den Kopf aus dem Fenster hielt. Was man bei einem Gewitter ja immer wieder mal ganz gerne macht. Es blitzte im Sekundentakt und der Donner wollte gar nicht mehr aufhören. Rechts von uns tauchten kurzzeitig ein paar Bootsmasten auf. Da musste ein sicherer Bootssteg sein. Ich steuerte drauf zu und hoffte das Beste. Michi war da schon mit ihrem Leben am Ende. Nur durch ganz gutes Zureden konnte ich ihre Verzweiflung zumindest ein ganz kleines bisschen zerstreuen. Allerdings nahm der Regen weiter zu und nun konnte ich die anderen Boote nicht mehr sehen. Einfach nur geradeaus, dann kommst du schon ans Ufer! Und siehe da, keine 30 Meter von uns entfernt meinte ich einen Steg zu erkennen. Aber an den konnten wir nur rückwärts ran, anders kriegten wir das Boot nicht fest. Also gewendet, Steg aus den Augen verlieren, dann wieder entdecken, durchatmen und Rückwärtsgang rein! Volle Möhre schob ich den Kahn rückwärts Richtung Steg. Da tat sich das nächste Drama auf. Wenn ich lenkte, konnte ich nicht gleichzeitig das Boot anlanden und festmachen. Nutzt nix, ich musste Michi rausschicken! Ja, rausschicken. In den Sturm, bei Blitz und Donner, Hagel und Regen. Sie kroch tapfer auf das Heck und krallte sich die Leine. Dadurch gewannen wir hinten aber an Tiefgang, was dramatische Folgen hatte. Drei Meter vor dem Steg bohrte sich die Schraube in den Schlick. Wir saßen auf!....


Dreiländertour zu dritt
Wir saßen in Bad Hofgastein an der Bar und ließen den Tag ausklingen. Für den morgigen Tag hatten wir mal wieder keinen Plan. Das sollte sich schnell ändern. Die Longdrinks waren bestellt und sonst gab es über diesen Laden nichts zu sagen, er war dunkel, er war leer und die Möbel waren hässlich.
...Einziger Lichtblick war der Fernseher an der Decke und der zeigte Wetterinfos aus der Gegend plus dazugehörigen Attraktionen. Eine war dabei, die mir sofort auffiel. Der „Skywalk“, eine Hängebrücke auf dem Stubnerkogel, in 2.200 Metern Höhe. Aufgehängt zwischen zwei Felsen. Michel guckte auch schon. „Auf gar keinen Fall! Keine zehn Pferde bekommen mich da rüber!“ bremste ich den aufkommenden Enthusiasmus. „Wie bescheuert muss man eigentlich sein? Dünne Seile, Seitenwind und lauter Leute drauf, die schaukeln wollen. Wer erlaubt sowas eigentlich? Haben die hier alle eine Macke? Macht Höhenluft übermütig? Von mir aus fahren wir auf den bescheuerten Berg, aber da kriegt ihr mich nie rüber! Aus! Basta! Keine Diskussion!“
Gabs auch gar nicht, weder vorher noch hinterher. Das Einzige, was ich geschafft hatte war, mich wiedermal um Kopf und Kragen zu reden. Stand gar nicht zur Diskussion, da hoch zu fahren, mit der Seilbahn, auf 2.200 Meter Höhe. Wo mir das doch so gut bekommt. Und nun hatte ich selbst den Stein losgetreten. Wütend stellte ich den Longdrink auf den Tresen. Scheißzeug! Redet man nur Blödsinn durch!...
Rom - die ewige Stadt
Wenn man schon in Rom ist, muss man unbedingt die Vatikanischen Museen besuchen und deren Highlight, die Sixtinische Kapelle. Also buchten wir uns eine Führung und das Abenteuer konnte beginnen.
....Wir latschten durch die Katakomben, treppauf und treppab und kamen endlich zur Sixtinischen Kapelle. Davor bekamen wir noch einmal einen gesonderten Vortrag, bei dem jedes Bild, samt Entstehungsgeschichte genauestens erklärt wurde. Natürlich vor der Kapelle, drinnen darf man ja nicht quatschen. Fotografieren übrigens auch nicht, jedenfalls darf man sich dabei nicht erwischen lassen. Ich habe folgendes mitbekommen:
Irgendwann vor langer Zeit kam Michelangelo von Florenz nach Rom. Dort vergaß er, dass er eigentlich Bildhauer war und malte den Arsch vom lieben Gott an eine Kellerdecke und später starb dadurch hier ein deutscher Papst. Macht aber nix, sein Nachfolger war sein bester Schulkumpel, und da gingen die beiden früher immer heimlich Angeln oder Tanzen. Daher wurde er auch gleich heiliggesprochen und darf jetzt, ohne Eintritt zu zahlen, durch die Kirche spuken. Glück muss man haben!
Übrigens, das mit dem Arsch stimmt wirklich! Hängt seit gut 500 Jahren in 21 Metern Höhe an der Decke. Der meist fotografierte Arsch der Welt, obwohl man hier gar nicht fotografieren darf....
